Archiv für den Monat Januar 2012

We R pop

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Hallo da draußen..

ach, es tut mir leid, dass ich keine Bilder schicken kann. Wie gesagt: Wir sind über eine Satelliten-Leitung mit dem Rest der Welt verbunden, die so gut wie niemand benutzt und die sehr langsam und teuer ist. Allerdings hat die Pressestelle vom IfM-Geomar wohl die Werbetrommel für unsere Fahrt gerührt und uns dazu verdonnert einen „offiziellen“ Blog zu schreiben. Da gibt es täglich auch Bilder und öffentlichkeitswirksame Texte zu dieser Fahrt zu lesen:

http://www.geomar.de/index.php?id=1856

Ich bin da auch einmal in Wissenschftler-Pose zu sehen :-S.

Hm, heute war wieder gutes Wetter. Tut mir leid, wenn ich so viel übers Wetter rede, aber irgendwie richtet sich alles danach: Sobald das Schiff ablegt wird den ersten Leuten schlecht. Wenn die Wellen etwas höher sind muss man beim Hubwagen fahren schon immer den Wellen gang mit einberechnen. Wenn sie noch etwas höher sind macht mensch sich seine Tasse Kaffe nur noch halb voll, bei noch etwas mehr Seegang kann er schon nichts mehr „nur mal kurz abstellen“ um bei noch etwas schlechterem Wetter dann schon alles festzurren zu müssen und so weiter. Die Lebensqualität an Bord ist ganz ganz eng mit dem Wetter verbunden und darum erzähle ich und alle hier immer davon. Jednfalls haben wir heute auf Deck gearbeitet, was eine meersalzkrustige Angelegenheit war.

Ab morgen abend sind wir im Arbeitsgebiet, dann fängt der Schichtdienst an. Ich habe die zwei zwölf bis vier Schichten am Tag: 12:00 bis 16:00 und 00:00 bis 04:00. Mal gucken, wie ich meinen Schlaf einteile. Am besten wäre es wohl das Mittagessen zum Frühstück zu erklären (so, wie es in Berlin ja sowieso gang und gebe ist..)

Bis dann,
Wsj.

Walvis Bay and beyond

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Nun, ich hoffe, dass dieser Text hier mit Bildern erscheint. Wir haben heute früh in Walvis Bay abgelegt und sind wohl noch bis morgen irgendwann internetmäßig direkt mit dem Festland verbunden. Danach gibt es nur noch ein Satelliten-Netzwerk: 300kB pro Minute, jede Minute kostet 6 Euro, 50kB also ein Euro. Anhänge verschicken ist dann verboten (Vllt. mache ich es aber trotzdem). Der Flug und alles verlief problemlos. Kurz vor Wintuk habe ich festgestellt, dass einge Kollegen aus Kiel direkt hinter mir im Flieger saßen. Bei der Immigration haben wir uns in die Schlage mit der ranghöchsten Beamtin angestellt (drei Sterne und ein Streifen auf der Schulter) – sie wollte uns nicht einreisen lassen, bevor sie nicht wusste welcher „Agent“ uns in Nambia empfängt. Das wussten wir nicht. Ich habe Mrn, die Fahrtleiterin, auf dem Telefon angerufen (es war ca. 6:30):

– Hallo hier Wsj, wir sind am Flughafen und müssten wissen, welcher Agent uns in Namibia empfängt.
(pause)
– Hallo Wsj (pause), wo seid ihr?
– Bei der Immigration am Flughafen.
(pause)
– Und ihr kommt nicht rein?
– Ja, dein Brief interessiert die Frau nicht, wir brauchen wohl einen Brief vom Agenten.
(lange Pause)
– Du ich find die Nummer jetzt nicht, ich schick sie dir per SMS.

Nach zehn Mintuen hatte die Frau mit den drei Sternen und dem einen Streifen mein Handy in der Hand und hat die Adresse vom Agenten in ihren Computer abgetippt. Ich wollte zum schluss mein Handy wieder haben, worauf sie gelacht und gesagt hat, dass sie :dieses: Hanndy bestimmt nicht klauen würde und ihres gezeigt hat – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es viel besser sei als meins. Von Walvis Bay Flughafen ging es nach Walvis Bay Hafen, wo wir sofort wieder aus Namibia ausgereist sind. Auf dem Schiff habe ich meine Sachen abgeladen und da wir erst am nächsten Tag ablegen sollten ist die Seismologie-Gruppe (Hnnng, Wlfrm, Kt und ich) durch die Stadt spazieren gegangen. Ich habe mich lediglich notdürftig mit Sonnencreme eingeschmiert und habe jetzt eine unregelmäßig weiß-rot marmorierte Haut (da wo zufällig Sonnencreme war weiß, überall sonst rot).

Die Merian im Containerhafen von Walvis Bay sieht aus wie eine Teenagerin in einer Skatkneipe: Ein Schiff, wie aus dem Ei gepellt, weiß blau und rot mit stolzen Großen Lettern auf dem Bug und lauter fancy Aufbauten auf dem Hauptdeck zwischen rostigen, unförmigen, seit Jahrzehnten schwer Arbeitenden Lastkähnen. Auch auf die jeweiligen Besatzungen passt diese Beschreibung.

Vor einigen Stunden haben wir dann abgelegt. Mrtn und mein Zimmergenosse Smn haben sich bereits die Anti-Kotzeritis-Pflaster hinters Ohr geklebt und sich sicherheitshalber einen Eimer geben lassen. Mir gehts gut, ich scheine Seefest zu sein. Ja, ich komme mir beim Laufen wie besoffen vor, in den normalen Gang mischt sich ein Ausfallschritt oder ein eiliger Griff ans Geländer, aber schlecht ist mir nicht.

Die nächsten sieben Tage bis Tristan da Cunha werden wir Ozean Boden Seismometer zusammen bauen. Heute hieß das: die Datenlogger in die Wasser- und Druckdichten Stahlzylinder einbauen. Eine friselige Arebit, im wesentlichen muss mensch kleine Stecker an kurzen Käbelchen an kleine Buchsen anschließen und ein ganz genau passenden, rund einen Kilo schweren Deckel, ohne den Rand zu berühren oder ein Kabel abzureißen auf eine Stahlröhre schieben. Wir hatten übrigens mal wieder GPS Probleme und haben darum heute nur zwei von 24 Recorder eingebaut. Hier noch ein paar Impressionen (klein Komprimiert und über Satellit geschickt):

Wsj

Noch 6 Stunden reguläres Netz

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Das Wetter ist übrigens warm (übber 20 Grad) und meistens nebelig. Drinnen kann mensch gut im T-Shirt rumlaufen, draußen ist ein Pulli ganz gut. Unten ein Bild am Abend, als die Sonne mal kurz durch die Wolken gebrochen hat. Links steht Mrtnz, ein Coastal Engineer, der auf Tristan Wellenbrecher für den Hafen bauen soll. Mit ihm sind noch zwei Techniker unterwegs, die dort auch irgendetwas reparieren. Wenn sie nach vier Tagen mit ihrer Arbeit fertig sind, werden sie einen Monat auf dem kleinen Eiland auf das nächste Versorgungsschiff warten müssen. Die drei hängen hier rum und genießen die Fahrt, lassen sich die Experimente erklären usw.

Wsj

Adventsboofen

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Die Yetis waren Adventsboofen. Sturmtief Joachim hat uns in Ruhe gelassen, dafür haben wohl sowas wie einhundert Sachsen (inkl. Sänger) Wintersonnenwende gefeiert und Bergsteigerlieder zum Besten gegeben.