Archiv für den Monat April 2015

MADRID

Standard

Madird muss mensch einfach gross schreiben, denn hier ist alles gross. Breite Strassen, hohe Häuser, kleine Menschen…

IMG_6977

Hier bin ich übrigens Goya-Fan geworden. Ich hab selten so gelacht. Ein lebenlang hat er Herrscher und Herrscherfamilien gemalt, wobei ich nicht weiss, was die Auftraggeber jeweils zu dem Resultat gesagt haben. Ferdinand VII, der in seiner Robe aussieht wie der letzten Hanswurst, der er vermutlich war, die Familie von Charls VI, auf dem die Cousine gar nicht ins Bild guckt und die wie eine Hexe aussieht. Naja, und später kauft er sich eine Finka und malt dann halt einsam, ohne jemandem davon zu erzählen Saturn, der seine Söhne frisst und ähnliches.

Ach ja, und die Reise endet wie sie begonnen hat, mit Bären im Wappen:

IMG_6978

Advertisements

Salamanca

Standard

Ich bin hier bei dem Versuch gelandet, an einem Samstag in Madrid eine Unterkunft zu finden. Der Lonely Planet hat sich in Zeiten von Hostelworld und Tripadvisor leider als massiv überholt und unvollständig herausgestellt.

IMG_6967

Santiago de Compostela — Murxía

Standard

Von Bilbao ging es wetiter nach Santiago de Compostela, 11h mit dem Zug. Ich kam am Ostertsamstag an, die Stadt war voll mit Pilgern, die gerade zwischen 100 und 1000km auf dem Jakobsweg gemacht hatten und nun endlich – fix und fertig – am Ziel ihrer Reise angekommen waren. Ihre Euphorie hat sich glaube ich über die Luft übertragen, auf jeden Fall war es eine sehr schöne Ankunft. Am Sonntag war ich bei der Ostermesse, die Kathedrale von Santiago war gerappelt voll mit Pilgern, in Funktionsklamotte, laut quatschend, Handzfilme von der Zeremonie filmend. Wobei der Chor, die Orgel und ein ziemlich grosses Weihrauchgefäss, dass durch das Schiff geschwungen wurden tatsächlich ziemlich beeindruckend waren:

IMG_6929

Am nächsten Tag habe ich mich selbst auf den Jakobsweg begeben, auf die Verlängerung von Santiago bis zur Atlantikküste nach Murxía. Nach zwei Stunden Weg habe ich eine Pause gemacht und bin dem ersten Pilger begegnet, Rbn. Ich sollte die nächsten vier Tage mit ihm unterwegs sein. An der ersten Unterkunft angekommen, ein erster szmpathischer Fakt über Pilger: Sie hängen nicht nur ihr Handtuch und ihr T-Shirt zum auslüften auf die Leine, sonder konsequenterweise auch Ihre Socken und Unterhosen (anstatt lauter frischer mit sich umher zu tragen)

IMG_6938

Die Herbergen werden Nachts um 22:00 für Neuankömmlinge geschlossen, in den Zimmern ist dann auch Bettruhe, aber in den öffentlichen Räumen gibt es noch ziemlich lange ziemleich viel Essen, Wein und Geschichten von Blasen an Füssen, Jakobsweg-weit bekannten Schnarchern, der Kunst des 1-Euro-Weins… Morgens um 8:00 muss mensch allerdings wieder raus sein, da geht gerade die Sonne auf.

IMG_6941

Nach drei Tagen und rund 90km waren wir (inzwischen hat sich auch noch Chrstn uns angeschlossen, ausserdem sind wir in den Herbergen und Cafës zwischendurch immer wieder Rsl, Ksch, Pbl, Frnzsc, und Kk begegnet) endlich an dem Punkt angekommen, an dem bis 1492 die Welt zuende war. Da der Blick von hier aus Richtung Westen geht, gibt es natürlich einen wunderschönen Sonnenuntergang zu bewundern.

IMG_6957

Bilbao

Standard

Von Barcelona hat es mich weiter geführt über Pamplona nach Bilbao. Es war Gründonnerstag, letztes Abendmahl. Während katholische Bruderschaften den Leidensweg Christi nachempfinden und mit grossen Hozwagen nachstellen (barfuss, von Karmittwoche bis Karfreitag so gut wie druchgängig, mit Pauken und einer Art Trompete, die sehr schwer zu spielen sein muss, dem Ergebnis nach zu urteilen) … IMG_6904 … wird in der Nachbarstrasse weiter gefeiert. Im übrigen ist Bilbao Teil vom Baskenland, und auch hier sehe ich keine spanischen Flaggen, sondern nur baskische, auf deisem Strassenpanorama allerdings nicht zu sehen, genau so wenig wie das beruehmte Guggenheim Museum, dafuer ie charakteristschen Plattenbauten gepaart mit rezenter, eher futuristischer Architektur.IMG_6887

Montjuïc

Standard

Barcelona hat einen Berg, den Montjuïc. Hier steht nicht nur das Nationalmuseum und die allermeisten der olympischen Sportstätten, sondern auch eine Festung. Ich war die einzige Person, die die Führung um 16.30 gebucht hatte und bekam eine Privattour in die entlegensten Winkel: Zisterne (in Benutzung, um einen Teil von Bcn mit Wasser zu versorgen), Foltergefängnis (in dieser Reihenfolge wurden hier aufständische Bauern, Anarchisten, Faschisten und Republikaner gefoltert, bis inkl. 1960 (!)), sowie das Franco-Heldengrab inkl. sterbendem, neoklassichem Soldaten, der sein Arm gerade noch versucht zum Hilter-(Franco?-)Gruss zu erheben. Die Franco-Statue wurde erst 2009 abgebaut, das Heldengrab wurde inzwischen offiziell allen Toten dieser Festung umgewidmet. Sie wurde wesentlich häufiger dazu benutzt die Einwohner von Barcelona zu unterdrücken, als die Stadt zu beschützen.

Vom Ausguck der Festung gibt es einen beeindruckenden Blick über die Stadt. Erst hier ist mir aufgefallen, dass ich zwar schon hunderte catalanische Flaggen gesehen habe, aber noch nicht eine spanische.

IMG_6875