Archiv für den Monat Oktober 2015

El Tatio

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Aus der subduzierten Platte entweicht Wasser, an vielen Stellen, aber vor allem auch in über 100km Tiefe noch. Das Wasser kommt an die Oberfläche, sehr spektatkulär als Wasserdampf in Vulkanausbrüchen, sehr unspektakulär als Beimengung zum Grundwasser und mittelspektakulär hier als blubbernder Geysir. Interessant: Das Wasser ist an Helium-3 angereichert, dieses entsteht nur beim radioaktiven Zerfall im Gestein und ist (wie alles Helium) zu leicht um von der Schwerkraft der Erde gehalten zu werden. Das, was hier verdampft, ist also tatsächlich kein Regenwasser, sondern kommt wirklich aus dem Erdmantel. Zumindest zu einem Teil.

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San Pedro

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Zu diesem Bild gibt es eigentlich viel zu erzählen, doch es war 7.00 morgens als ich diese Worte schrieb, der Rucksack musste noch gepackt werden, ein Bissen gefrühstückt und das Auto geholt. Zum schreiben bleibt auf dieser Reise leider keine Zeit, das Programm ist extrem dicht. Das weiße ist Salz, nicht aus dem Meer, sondern aus dem vulkansichen Bogen, alles weitere muss das Bild erzählen:IMG_7542

Chuquicamata

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Wir haben die einzige chilenische Kupfermine besucht, die von einer chilenischen Firma betrieben wird, sie hat lange Zeit rund 1% der Weltkupferproduktion erzeugt und ist dazu das größte von Menschen gegrabene Loch. Es wird auch Molybdän gewonnen. Die LKW auf dem Bild sind ungefähr 10m hoch, daneben, ungefähr 10 Pixel groß, ein normaler PKW.

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Ein Lavafeld

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Inzwischen sind wir in Calama, einer Minenstadt in der Precordillere, etwa 100 km vor dem vulkanischen Bogen, wo die Anden wirklich hoch werden. Von hier aus sind wir heute bis an den vulkanischen Bogen gefahren, zu den Zwillingsvulkanen Pablo und Pedro. Daneben steht ein kleiner (150m hoher) Schlackekegel, auf den man relativ unproblematisch rauf konnte. Die Höhe von immerhin 3500m hat zum Glück niemanden weiter ernsthaft beeinträchtigt. Von oben ergibt sich ein spektakulärer Blick auf den Lavastrom, der zu dem Schlackekegel gehört(das dunkelbraune Band rechts von der Mitte) :

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Wie alt dieser Lavastrom ist, wusste von uns niemand, vielleicht 50, vielleicht 500, vielleicht 5000 Jahre, durch den fehlenden Niederschalg erodiert hier nichts. Zum vergleich, ein Lavastrom aus Island, ca. 70 Jahre alt, die Häuser links markieren die Flanke:

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Mejillones

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Heute waren wir auf Mejillones, eine Halbinsel, unter der Starkerdbeben nie hinwegbrechen (und die damit die maximale Magnitude begrenzt), die sich dafür aber seit 800.000 Jahren hebt, inzwischen auf knapp ein Kilometer Höhe. Pelikane fliegen darüber hinweg:

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Antofagasta

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Auch wenn Antofagasta auf den ersten Blick eine kulturlose Betonwüste ist, spätestens gestern, beim Spiel Chile – Brasilien (2:0) im Biergarten, ist das Eis gebrochen.

Vor der Uni wird Essen verkauft das Leute Zuhause zubereiten, u.a. gibt es Nudeln mit einer ausgezeichneten vegetarischen Bolognese. Darauf, dass man davon schon keinen Durchfall kriegt, vertraue ich. Was mir mehr sorgen macht, ist der Apfelsaft, den es dazu gibt: Bebida de fantasia con sabor a manzana, „Fanstasiegetränk mit Geschmack nach Apfel“ (s. unten links auf der Packung), die Zutatenliste liest sich wie ein Chemiebaukasten. Ob das das Krebsrisiko erhöht? „Auf jeden Fall“.

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Das Schild mit dem schnorchelnden Rollstuhlfahrer wirkt auf mich irgendwie zynisch, aber immerhin exklusiver Zugang zu allen Einrichtungen:

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East of Mejillones

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Gestern haben wir eine GPS Station besucht, der Weg war mühselig, mit dem Auto leider nicht zu machen. Hier haben wir versucht eine Steigung hoch zu fahren, in der sandigsten und steilsten Stelle ist dann wohl das Reserverad unter der Ladefläche aufgesetzt. Mit ebendiesem als Anker auf dem Boden ging es dann wieder langsam bergab, die Schleifspur markiert den Weg.IMG_7365

Nach einer dreiviertel Stunde zu Fuß dann eine permanente GPS Station der UCN Antofagasta, adequat einen halben Meter in den Boden zementiert, durch Plattentektonik in Richtung Landesinneres geschoben, das ganze Geschehen genau protokollierend.

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